Der Prozess · Schritt 5 von 6

Bewertungs-Check

Wirklich attraktiv oder nur optisch günstig?

Warum die Bewertung erst an fünfter Stelle kommt

Eine Bewertungskennzahl ist ohne den Kontext der vorherigen Schritte praktisch bedeutungslos: Ein niedriges KGV kann eine echte Unterbewertung bedeuten — oder den Markt, der ein bereits bekanntes Problem korrekt einpreist.

Die fünf Werkzeuge

  • EV/EBIT & EV/EBITDA — berücksichtigen die Verschuldung, anders als reine Kurskennzahlen.
  • KGV & KUV — einfach, aber leicht durch Einmaleffekte verzerrbar.
  • Peer-Vergleich — relativ zu vergleichbaren, nicht zu großen Konzernen.
  • Reverse DCF — zeigt, welches Wachstum der Markt bereits einpreist.
  • Historische Bewertungsspanne — Einordnung relativ zur eigenen Historie.

Unterbewertung vs. Value Trap

Zentrale Unterscheidung: Eine niedrige Bewertung allein ist keine Unterbewertung. Erst zusammen mit einem soliden Ergebnis aus Schritt 3 und einem verstandenen Geschäftsmodell aus Schritt 4 wird sie zu einer echten Chance — sonst droht eine Value Trap.

Typische Fehler

  • Sich auf eine einzelne Kennzahl verlassen.
  • Peers wählen, die deutlich größer, liquider oder anders finanziert sind.
  • Eine niedrige Bewertung als ausreichenden Grund für eine Investition ansehen.

Häufige Fragen

Welche Kennzahl ist am wichtigsten?
Keine einzelne — der Bewertungs-Check funktioniert nur als Kombination mehrerer Kennzahlen im Kontext der vorherigen Schritte.
Was, wenn keine sinnvollen Peers existieren?
Dann gewinnen die historische Bewertungsspanne und der Reverse-DCF-Ansatz relativ an Gewicht.
Wie unterscheidet man Unterbewertung von einer Value Trap?
Durch den Rückbezug auf Schritt 3 und 4 — nur solide Bilanz plus verstandenes Geschäftsmodell stützen die These einer echten Unterbewertung.

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