Grundlagen

Wie screene ich eine Aktie?

Screenen heißt: eine Aktie systematisch vorfiltern und einordnen, statt sie aus dem Bauch heraus zu beurteilen. Am besten gehst du dafür einen festen Prozess in sechs Schritten durch – vom schnellen Vorfiltern bis zum Einordnen in analysieren, beobachten oder ausschließen. Diese Seite zeigt dir das Grundgerüst – ganz ohne Empfehlungen.

Der 6-Schritte-Prozess im Überblick

Die Idee ist, dass jeder Schritt aufwändiger wird als der vorherige. So investierst du deine Zeit zuerst in den günstigsten Filter und prüfst nur die Titel genauer, die es wert sind. In der Reihenfolge sieht das so aus:

  1. Schnelltest: ein kurzes Vorscreening, das prüft, ob ein Titel überhaupt analysierbar ist.
  2. Stop-or-Go / Red-Flags: ein Blick auf klare Warnsignale, die einen Titel früh ausscheiden lassen.
  3. Finanz-Ampel: die grundlegenden Finanzkennzahlen im Zeitverlauf einordnen.
  4. Geschäftsmodell: verstehen, womit ein Unternehmen sein Geld verdient und wie robust das ist.
  5. Bewertung: nachvollziehen, welche Annahmen im Kurs stecken.
  6. Portfolio: die Erkenntnisse festhalten und in den eigenen Zusammenhang stellen.

Wichtig ist die Reihenfolge: erst breit und günstig filtern, dann eng und gründlich prüfen. Den gesamten Ablauf mit allen Details findest du hier: den vollständigen Prozess

Die Werkzeuge dazu

Damit du den Prozess nicht aus dem Kopf anwenden musst, gibt es vier Werkzeuge, die dir bei den einzelnen Schritten helfen. Sie machen das Vorgehen wiederholbar und nachvollziehbar:

  • Schnelltest: führt dich durch das Vorscreening von Schritt 1.
  • Stop-or-Go: sammelt die typischen Red-Flags für Schritt 2.
  • Finanz-Ampel: strukturiert die Kennzahlen aus Schritt 3.
  • Checkliste: hält deine Einordnung sauber fest, damit du sie später nachvollziehen kannst.

Alle vier Werkzeuge findest du gesammelt im Toolkit

Das Ziel ist kein Kaufsignal

Das Ergebnis eines Screenings ist keine Empfehlung und kein „Tipp“. Es ist eine klare Einordnung in eine von drei Kategorien: analysieren (die Grundlagen stimmen, es lohnt sich das genauere Hinsehen), Watchlist (fast alles passt, aber ein Punkt ist noch offen) oder ausschließen (zu viel fehlt, um seriös weiterzuarbeiten). Ein bestandenes Screening sagt nur: Hier lohnt sich die tiefere Analyse.

Hüte dich vor einem häufigen Trugschluss: Ein niedriger Kurs ist keine Unterbewertung. Ein Kurs ist ohne Zusammenhang nur eine Zahl – ob er hoch oder niedrig ist, ergibt sich erst aus dem Vergleich mit dem, was dahintersteht. Genau das klärt sich in den späteren Schritten, nicht im Screening selbst.

Diese Seite dient ausschließlich der Bildung. Sie nennt bewusst keine konkreten Unternehmen oder Personen, enthält keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung, keine Kursziele und keine Anlageberatung. Entscheidungen triffst du eigenständig und auf Basis eigener Recherche.